Erprobungskommando 25 - Erprobungskommando 25 und Jagdgruppe 10

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Erprobungskommando 25

Erprobungskommandos

Das Erprobungskommando 25 (kurz: EKdo. 25) entstand im Mai 1943 und hatte die Aufgabe Waffen und Verfahren zur Bekämpfung der bei Tage einfliegenden amerikanischen viermotorigen Bomberverbände im scharfen Einsatz zu testen. Es war untergliedert in die Jäger-Staffel mit den Flugzeugtypen Focke-Wulf Fw 190 und Messerschmitt Bf 109, die Zerstörer-Staffel mit Messerschmitt Bf 110, Messerschmitt Me 210 und Me 410 sowie die Kampf-Staffel mit zunächst einigen Junkers Ju 88, Dornier Do 217 (kurzzeitig) und später auch Heinkel He 177. Die Flugzeuge, deren Bewaffnung und sonstiges Gerät wurden üblicherweise vorher bei den Erprobungsstellen der Luftwaffe in Rechlin (an der Müritz) und Tarnewitz (an der Ostsee) auf ihre grundsätzliche Funktionsfähigkeit/-sicherheit geprüft und dann dem EKdo. 25 zur Verfügung gestellt. Zum Kommandoführer wurde nach kurzer Zeit der Hauptmann Horst Geyer ernannt.
Als erste Einsatzbasis fungierte bis September 1943 der Fliegerhorst Wittmundhafen in Ostfriesland. Die dortigen Verhältnisse machten jedoch im September 1943 aufgrund der taktisch ungünstigen Lage und der eingeschränkten Bodenorganisation eine Verlegung auf den 150 km südlich befindlichen Fliegerhorst Achmer notwendig. Hier konnten Erprobungen und Einsätze bis zum 21. Februar 1944 relativ ungestört fortgesetzt werden. An diesem Tag wurde das Gelände des Fliegerhorstes Achmer durch einen Bombenangriff von Teilen der 8. US-Luftflotte empfindlich getroffen. Da man befürchten musste, dass die Aktivitäten des
EKdo. 25 in Achmer durch die alliierte Aufklärung enttarnt worden waren und zudem der Fliegerhorst nunmehr in Reichweite des Jagdschutzes der 8. USAAF lag, blieb nur das Ausweichen auf einen weiter östlich gelegenen Standort übrig.
Daraufhin wurde Anfang März 1944 die Verlegung auf den Fliegerhorst Parchim in Mecklenburg vorgenommen. Hier kam es am 9. April 1944 erneut zu einem Angriff durch Bombenflugzeuge der 8. US-Luftflotte, der
jedoch in der Stadt Parchim größere Zerstörungen hervorrief als auf dem Fliegerhorst selbst und zudem erhebliche Opfer unter der Zivilbevölkerung kostete. Bis zur Umwandlung des EKdo. 25 in die Jagdgruppe 10 Ende Juli 1944 behielt man den Standort zwar bei, versuchte allerdings den Auswirkungen eines eventuellen Folgeangriffes für Personal und Ausrüstung des Kommandos durch verschiedene Tarn- und Auflockerungsmaßnahmen zu begegnen.

Bezüglich der erprobten Bewaffnungen und der sonstigen Versuche soll die nachfolgende Aufstellung zur groben Orientierung dienen:

RZ 65
21 cm Wurfgranate
30 cm Wurfgranate
SC 500 RS
Henschel Hs 293 H
Senkrechteinbau 21 cm WGr, Gerät "Kerze"
21 cm Rückwärtsschuß, Gerät "Krebs"
Schräge Musik mit optischer Schußauslösung
Schrotschuß mit automatischer Schußauslösung
3 cm MK 101 halbstarr
3,7 cm Flak 18
3,7 cm Flak 43
5 cm KWK

Luftsprengpunktbomben
Geschleppte Flügelbombe
Seilbombe, Gerät "Schlinge"
Fallschirmbombe, Gerät "Liesel"
Nitropentaschnur
Perlenschnur
Sägeseil
Senkrechtperiskop
Zielfernrohre, ZFR 3, ZFR 4
Flak-E-Meßgerät
Doppelbild-E-Meßgerät
Polarisationsfilter
Zielübungsgerät "Wolff"


Für den Postverkehr zum EKdo. 25 war folgende Anschrift zu verwenden: Feldpostnummer L 53234 (LuftgauPostamt Hamburg I)

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