Jagdgruppe 10 - Erprobungskommando 25 und Jagdgruppe 10

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Jagdgruppe 10

Erprobungskommandos

Die Jagdgruppe 10 (kurz: JGr. 10) ging Anfang August 1944 durch Umwandlung aus dem Erprobungskommando 25 hervor und wurde einheitlich mit der Focke-Wulf Fw 190 ausgerüstet. Zeitgleich wurde Major Georg Christl als neuer Kommandeur eingesetzt und Hauptmann Horst Geyer übernahm Führung des Erprobungskommandos 262 (Einsatzerprobung der Messerschmitt Me 262). Gliederungsmäßig handelte es sich um eine standardmäßige Jagdgruppe mit Gruppenstab, drei Staffeln und einer Sollstärke von 52 Flugzeugen. Das Aufgabenspektrum umfasste unverändert die frontmäßige Erprobung von Waffen und Kampfverfahren zur Abwehr der bei Tage einfliegenden alliierten Bomberverbände. Umbauten bzw. Änderungen an Flugzeugen und Bewaffnung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit den Erprobungsstellen der Luftwaffe in Rechlin und Tarnewitz.
Der Fliegerhorst Parchim wurde aufgrund seiner günstigen Lage, der guten Platzverhältnisse und der umfassenden technischen Ausstattung als Standort beibehalten. Allerdings hatte man sich nach dem Bombenangriff am 9. April 1944 und angesichts der permanenten Gefahr durch alliierte Tiefflieger entschlossen, den 15 km südöstlich von Parchim gelegenen Feldflugplatz Redlin für die Nutzung als Ausweich- und Erprobungsplatz herzurichten.
*) Die Unterbringung der Offiziere und des fliegenden Personals der drei Staffeln erfolgte in Privatquartieren in den Dörfern Redlin, Groß Pankow, Jännersdorf und Suckow. Das Technische Personal war darüber hinaus auch in Klein Pankow und Gehöften der Umgebung untergebracht.
Im Rahmen der Einsatzerprobung waren einzelne Staffeln der JGr. 10 im Herbst 1944 und Frühjahr 1945 auch auf den folgenden Plätzen stationiert: Fliegerhorst Erfurt-Bindersleben, Fliegerhorst Langensalza, Fliegerhorst Finsterwalde, Fliegerhorst Jüterbog-Waldlager (auch Jüterbog Altes Lager genannt), Flugplatz Delitzsch bei Bitterfeld und Fliegerhorst Salzwedel.
Aufgrund der militärischen Gesamtlage wurden die Reste der JGr. 10 im April 1945 wieder in Redlin zusammengezogen und
am 13. April eine LKW-Kolonne mit dem fliegenden und dem wichtigsten technischen Personal in Richtung Süden in Marsch gesetzt. Ziel war der Flugplatz Schongau in Bayern. Dort angekommen verblieben nur noch wenige Tage bis zur Gefangennahme durch amerikanische Truppen.
Die in Redlin verbliebenen Teile verharrten dort bis Anfang Mai und versuchten dann sich in Richtung Lübeck abzusetzen. Sie wurden jedoch schon vor Schwerin gefangen genommen.


Bezüglich der erprobten Bewaffnungen und der sonstigen Versuche soll die nachfolgende Aufstellung zur groben Orientierung dienen:

21 cm WGr Rückwärtsschuß, Gerät "Krebs"
15 cm WGr Rückwärtsschuß, Gerät "Krebs"
automatische Schußauslösung, Gerät "Wurzen"
automatische Schußauslösung, Gerät "Stechmücke"
Fallschirmmine, Gerät "Flugsommer"
Nitropentaschnur
Zusatzbehälter "Doppelreiter"

21 cm RB Sprenggranate Bord drall
Abschußgerät für R4M
Schräge Musik, Gerät "Zellendusche"
Schräge Musik, Gerät "Harfe"
Senkrechtbewaffnung, Gerät "Jägerfaust"
Senkrechtbewaffnung, Gerät "Rohrblock"

Für den Postverkehr zur JGr. 10 waren folgende Anschriften zu verwenden: Feldpostnummer L 53234 (Gruppen-Stab),
Feldpostnummer L 60591 (1. Staffel), Feldpostnummer L 62634 (2. Staffel), Feldpostnummer L 63608 (3. Staffel)

*) In der Folge wurde der Standort der JGr. 10 mit "Redlin bei Parchim" oder auch "Parchim-Redlin" beschrieben, wobei gelegentlich auch heute noch - insbesondere bei handschriftlichen Dokumenten - "Redlin" fälschlicherweise als "Rechlin" interpretiert wird.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü
eXTReMe Tracker